Posts mit dem Label Lesung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lesung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 26. November 2019
Samstag, 16. Juni 2018
Lesung am 23.06.18 um 19:30 Uhr im ORi in Neukölln
Berlinherzzzen!
Am 23.06. lese ich ab 19:30 Uhr im Rahmen von 48h Neukölln im Kreise nicer Autor_innen im Ori in der Friedelstraße!
Am 23.06. lese ich ab 19:30 Uhr im Rahmen von 48h Neukölln im Kreise nicer Autor_innen im Ori in der Friedelstraße!
Schaut vorbei & hört zu
& hebt die Gläser mit uns!
🍸
📕
🍸
Außerdem dabei:
Anja Kümmel
Volker Kaminski
Elina Mikkilä
Mareen Bruns
Johann Wiede
Friedelstr. 8
Donnerstag, 2. November 2017
Performance-Lesung auf deutsch & persisch - diesen Samstag!
Am Samstag ist es soweit!
Um 20:30 Uhr mache ich mit der wunderbaren Maryam Palizban in der Bibliothek des ITI im Kunstquartier Bethanien eine deutsch-persische Performance-Lesung mit dem Titel: "Meine seltsame Beziehung zum Körper".
Lyrik & Kurz-Prosa von Maryam Palizban & Elisabeth R. Hager
Alle Texte liegen in deutscher & persischer Übersetzung aus!
Um 20:30 Uhr mache ich mit der wunderbaren Maryam Palizban in der Bibliothek des ITI im Kunstquartier Bethanien eine deutsch-persische Performance-Lesung mit dem Titel: "Meine seltsame Beziehung zum Körper".
Lyrik & Kurz-Prosa von Maryam Palizban & Elisabeth R. Hager
Alle Texte liegen in deutscher & persischer Übersetzung aus!
![]() |
| Originalfoto: Sil Egger Grafik: Mahmoodreza Nourbakhsh |
WANN:
04.11.2017 | 20:30 Uhr
04.11.2017 | 20:30 Uhr
WO:
ITI/Mediathek
ITI/Mediathek
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
EINTRITT FREI
Donnerstag, 24. November 2016
Werkstattlesung im ORI Berlin am 01.12.2016
![]() |
| Illustration: Katrin Salentin |
Fremd: Fremdsein, Fremdheitsgefühle, Entfremdung, Verfremdung, Überfremdung, Fremdenhass, in die Fremde gehen, fremdgehen, sich fremd fühlen, sich fremd werden... Wir haben vier Autorinnen nach ihren Assoziationen zu dem schier unerschöpflichen Wortfeld befragt.
WANN: 01.12.2016 | 19:00 Uhr
WO: ORI Berlin | Friedelstr. 8 N#Kölln /BLN
Es lesen:
Elisabeth R. Hager: Das Eigene in der Fremde
Werkstattlesung aus dem Romanprojekt "Fünf Tage im Mai"
Dienstag, 25. Oktober 2016
Martes Schmalz (Teil 1)
Hier als literarisches horsd'oeuvre der 1. Teil einer in Arbeit befindlichen Kurzgeschichte mit dem Titel "Martes Schmalz"...
Martin sah nur von außen aus wie
ein Punk. Im Inneren regierte, wenn auch unter anderen Vorzeichen,
die Ordnung. Er war ein Mann der Gewohnheit. Seit bald zwanzig Jahren
arbeitete er bei jedem Wetter als
Briefträger in Kreuzberg. Die Arbeit war hart, doch nicht ohne ihre
kleinen Freuden und sie bescherte Marte, wie ihn seine Freunde
nannten, freie Nachmittage ab 15 Uhr.
Marte war ledig, gern mit sich
allein und hatte sich komfortabel inmitten seiner Routinen
eingerichtet. Vom Temperament einer trägen, friedlichen Katze
nicht unählich, verabscheute Marte den Wechsel. Wenn er in seinem Bezirk einen Umzugswagen sah, was in letzter Zeit immer häufiger
vorkam, blickte er beunruhigt zu Boden. Wenn sich die Namen auf den
Klingelschildern änderten und neue Namen auf den Briefköpfen seines
Zustellungsbezirkes auftauchten, konnte ihm das ganze Nachmittage
verderben. Da Marte wusste, dass die Menschen das Chaos in sich
tragen, hatte er vorgesorgt und das eigene Leben in unzählige sich
wiederholende Abschnitte eingeteilt.
Morgens vor der Arbeit las er
die linksgerichtete tageszeitung oder vielmehr studierte er sie von
der ersten bis zur letzten Seite. Dann fuhr er mit dem Fahrrad zum
Postamt, wo er die vorsortierten Briefe für seinen Zustellungsbezirk
abholte und auf das Dienstrad wechselte. Mittags aß er in der
Kreuzberger Markthalle, abends kochte er selbst und trank dazu
reichlich Sternburg Pilsner. Nur am Wochenende traf er sich ab und zu
mit Gleichgesinnten in einer Fußballkneipe, um seiner Mannschaft
Borussia Dortmund beizustehen.
Am Mittwoch kaufte er, meist kurz vor
Ladenschluss, im Fischladen in der Adalbertstraße eine Handvoll
Sprotten, die er sich in der Pfanne briet. Am Sonntag Abend schaute
er wie alle anderen deutschsprachigen Mieter in seinem Haus, den Tatort und
rauchte den einzigen Joint der Woche. Dann streckte er sich leicht
benebelt auf seinem Bett aus und ließ die neue Woche kommen.
Obwohl
er im Herzen ein Freidenker war, befolgte er auch bei der
Körperpflege strenge Regeln. Jeden Morgen rasierte er sich mit derselben Gründlichkeit. Montag, Mittwoch und Freitag wurde geduscht, am
Sonntag gönnte er sich ein Bad. Er putzte sich zweimal täglich die
Zähne, wenn möglich drei Minuten lang. Jeden zweiten Sonntag
schnitt er sich seine Nägel, jeden dritten Samstag, ehe er in die
Kneipe ging, stutzte er sich seinen Irokesenhaarschnitt, rasierte
sich die Seiten aus und säuberte seine Ohren.
Der Tag, an dem sich Martins Leben
ändern sollte, war so ein Samstag. Wie immer am Wochenende trat er später als sonst aus dem nachtwarmen Zimmer in den
kühleren Gang hinaus, ging die vier Schritte zum Badezimmer und
erledigte seine Toilette. Das Geräusch der Haarschneidemaschine
erinnerte an das Surren einer Katze. Marte liebte dieses Geräusch,
das Wort „Erneuerung“ geisterte durch sein Hirn. Nach dem
Rasieren der Seiten blickte er sich im Spiegel an. Ja, er sah nicht
schlecht aus im Grunde. Das Radfahren und die viele Bewegung an der
Luft hielt ihn auch in seinen Vierzigern schlank und bildete ein willkommenes Gegengift zum überdurchschnittlichen Bierkonsum, den er sich auch um
den Preis eines stattlichen Bäuchleins nicht nehmen ließ. Zufrieden drehte er
sein Spiegelbild nach rechts und links. Er klopfte sich die
dunkelblonden Stoppeln vom Shirt und öffnete die rechte Schranktür seines Aliberts, wo er sich ein Wattestäbchen aus einer kleinen Plastikbox
fischte und es zufrieden in seinem rechten Ohr versenkte. Einmal
linksherum, einmal rechtsherum, behutsam darauf bedacht, die zarte
Apparatur des Innenohrs nicht zu beschädigen. Ein seltsames Gefühl
von Vollständigkeit überkam ihn, während das Ohrenstäbchen tief in der Körperöffnung steckte, aber auch ein Gefühl als würde er von innen heraus abgehört.
Als sein Blick beim Herausziehen das Wattestäbchen streifte, stutzte
er. Statt des üblichen gelblich orangefarbenen Ohrenschmalzes klebte
da eine Masse, die Marte noch nie gesehen hatte. Mhmm. Sie war, ja, anders konnte man es kaum sagen, sie golden.
Er führte das Stäbchen zur Nase, roch daran, schreckte angeekelt
zurück. Das Zeug roch wie Ohrenschmalz. Auch von der Konsistenz
her wirkte es so, nur die Farbe, dieser wunderschöne,
majestätische Ton verlieh der seltsamen Schmiere auf dem Stäbchen
den Nimbus des Erhabenen.
Ungläubig steckte Martin das unbenützte
Ende des Stäbchens ins Ohr zurück und drehte nun etwas weniger
vorsichtig darin herum. Als er es herauszog war da wieder dieses
Strahlen. Was war ihm da nur ins Ohr gekommen? Er konnte sich nicht
erinnert, goldene Farbe abbekommen zu haben. Er griff sich ein neues
Stäbchen aus dem Schrank und stieß es aufgeregt ins Ohr.
Der Schmerz fuhr vom Ohr quer durch den Kiefer bis zum Hals. Als er
das Stäbchen aus dem Ohr fischte, klebte darauf ein goldenes
Körnchen. Er steckte ein Stäbchen ins andere Ohr und siehe da, auch
in diesem Ohr hatte das Schmalz die königliche Farbe. So ein Quark
dachte er und rieb sich das schmerzende Ohr. So ein Quark!
Verwirrt
verließ er das Badezimmer.
to be continued...
Montag, 26. September 2016
2. SPÄTI Biennale - Bilder & Kritik von Regine Schütz
Spät, aber doch, kommt hier ein Nachtrag zur wunderbaren 2.SPÄTI BIENNALE! Es war ein glorreicher Abend im Mariannenkiez!!! Die Menschen! Ihre Werke! Das Wetter! Die Braukunst & natürlich die großartigen Späti Betreiber_innen... DANKE an alle Beteiligten & die vielen Gäste!
Hier der Link zu einem Bericht von Regine Schütz: "KUNST FÜR ZU SPÄTI GEKOMMENE..." & einige Bilder:
![]() |
| Vor dem Video-Späti ©Regine Schütz |
![]() |
| Langsam wird es voll... ©Regine Schütz |
![]() |
| TAGE von Elisabeth R. Hager & Neele Hülcker im Klangkunst-Späti in der Waldemarstraße ©Regine Schütz |
![]() |
| Konzert-Späti Wrangelstr. 5 ©Regine Schütz |
![]() |
| Die "Waterbabies" in concert ©Regine Schütz |
![]() |
| Im Späti ©Regine Schütz |
![]() |
| Open Air Lesung mit Valentin Moritz, Saskia Trebing & Hannes Köhler auf dem Mariannenplatz ©Regine Schütz |
![]() |
| Kunst-Späti mit Bildern von Elke Vogl & Hörspielen von Fides Schopp und Claire Horst ©Regine Schütz |
Samstag, 17. September 2016
Performance-Lesung mit Maryam Palizban (auf persisch & deutsch)
![]() |
| Poster & Flyer: Nazanin Shivaei |
Performative Lesung in deutsch &persisch, Lyrik & Prosa
von & mit:
Elisabeth R. Hager & Maryam Palizban
24. September 2016
20 Uhr
شعر خوانی و رمان خوانی
به دو زبان فارسی و آلمانی
الیزابت ر. هاگنر
مریم پالیزبان
Religion, ein Wort, das wir aus unterschiedlichen Quellen kennen und das uns unbewusst und ohne unsere Erlaubnis beeinflusst und beschäftigt. Unser Glauben oder Nicht-Glauben hat vielleicht ursprünglich nichts mit der Religion zu tun. Was uns mit Religion in Verbindung gebracht hat, waren unsere Taten. Als wir gegessen, geschlafen und einfach gelebt haben, war Religion immer dabei. Religion war immer anwesend, auch in den Momenten, in denen die wir dachten dass niemand außer uns da war!
Für diese Performance-Lesung lese ich einen Auszug aus meinem aktuellen Romanprojekt "5 Tage im Mai". &: Alle Texte liegen in persischer Übersetzung aus! Juhuuuu!
Sonntag, 28. August 2016
Das Programm der 2.SPÄTI BIENNALE ist da!
Knapp zwei Wochen noch, dann geht die 2. SPÄTI BIENNALE rund um den Kreuzberger Mariannenplatz über die Bühne! & hier das gesamte Programm auf einen Blick! Juhuu!
Dienstag, 16. August 2016
Montag, 8. August 2016
Orgastartschuss Späti-Biennale
![]() |
| Programmheft Vorderseite ©Edition Edna |
In knapp einem Monat ist es endlich soweit: Im Berliner Mariannenkiez steigt die 2. Auflage der SPÄTI BIENNALE, eines kleinen, feinen, von mir organisierten intermedialen Kulturfestivals in den Spätkaufshops rund um den Mariannenplatz.
Derzeit kläre ich letzte Details im Line Up. Das endgültige Veranstaltungsprogramm wird nächste Woche bekanntgegeben! Ohhh... Vorfreude!
![]() |
| Programmheft Rückseite mit viel Platz für eure Notizen ©Edition Edna |
Mittwoch, 13. Juli 2016
Lesung "Best of Queer-Literature" im Archiv der Jugendkulturen
*** 15.07.2016 - 19:30 Uhr ***
LESUNG
Best of Queer-Literature
Gemeinsam mit der großartigen Autorin und Journalistin
----------------------------------------------------
Freitag, 24. Juni 2016
Lesung bei 48h Neukölln: Wir haben (es) SATT!
![]() |
| Cover: Katrin Salentin |
Kleines Literaturfestival im ORi-
15 Poeten empören sich
"Etwas satt zu haben ist die simpelste, privateste Form vom Wunsch nach Veränderung. Daraus, und vor allem im Sprechen und Schreiben darüber, erwachsen soziokulturelle Impulse, die unsere Gegenwart prägen.
Etwas satt zu haben ist die Keimzelle einer Idee von einer anderen Zukunft und außerdem das Gefühl, mit dem jede Emanzipation beginnt, und das ist eine der grundlegendsten Motivationen von Literatur. Der politische impuls - im persönlichen wie im öffentlichen Raum - Position zu beziehen und Zustände zu beschreiben, die man verändern will.
Etwas satt zu haben und darüber zu schreiben birgt ein großes Potential an Bewegung (im metaphorischen und im tatsächlichen Sinn). In einem literarischen Protest liegt also nicht nur die destruktive und hauptsächlich deskriptive Kraft von Wut und Ablehnung, sondern auch die konstruktive Kraft, neue Ideen möglich zu machen und Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft zu übernehmen.
Das Potential der Bewegung und der Veränderung realisiert sich in dem Moment, in dem man sich das Satthaben aktiv aneignet. Und nichts anderes tut man, wenn man darüber schreibt."
Es lesen:
12.00 Clemens Schittko und Lars-Arvid Brischke
13.00 Elisabeth R. Hager, Philip Meinhold
14.00 Hermann J. Ooster und Katrin Heinau
15.00 Zeitschriftenschau: STILL-Magazine (Birgit Kreipe, Alexander Kappe)
16.00 SACHEN MIT WÖRTERN (Pega Mund, Robert Klages)
17.00 Buchpremiere Bianca Döring "Flieg mein elektrischer Fisch" (Prosa)
Donnerstag, 9. Juni 2016
Trampolissimo Schreibwerkstatt 2016: Jetzt Plätze reservieren!
Die Zeit, es hält sie niemand auf.
Die Zeit, es hält sie niemand auf.
Datum: 22. August 2016
Uhrzeit: 9:00 - 12:00 Uhr
Schreibwerkstatt für junge Menschen ab 8 Jahren mit der Autorin Elisabeth R. HagerMontag, 22. bis Mittwoch, 24. August 2016
jeweils von 9:00 bis 12:00 Uhr
Präsentation: Mittwoch, 24. August, 11:00 Uhr
In der diesjährigen Trampolissimo Schreibwerkstatt gehen wir schreibend einem Phänomen auf den Grund, das ungreifbar ist und uns doch ständig umgibt: der ZEIT. Sie rast, sie rinnt, sie kriecht, sie springt. Sie dreht sich im Kreis und bleibt stehen. Wie vergeht Zeit in einem Text? Wie macht man sie sichtbar? Wie hält man sie an? In der Schreibwerkstatt gehen die TeilnehmerInnen mit der Schriftstellerin Elisabeth R. Hager auf Zeitreise, in die Zukunft, die Vergangenheit und bis hinein ins Jetzt.
Bitte mitbringen: Jause, Schreibzeug und Spaß beim Schreiben und Lesen!
Ermäßigt: 45 €
Vollpreis: 45 €
Dienstag, 12. April 2016
& the winners are....
Mehr als 50 Jugendliche haben sich am ersten Schreibworkshop "Jugend liest" der Arge Wirkwerk in St. Johann in Tirol beteiligt! Wow...!
Die Fülle großartiger Texteinreichungen machte den Juror_innen die Auswahl der Siegertexte derart schwer, dass in meinem Schreib-Workshop in der kommenden Woche nun gleich elf Jugendliche zeigen werden, was sie können! Ich freue mich SEHR!
![]() |
| Alte Gerberei ©Muku.at |
Die öffentliche Lesung der Siegertexte
findet am 22.04.2016 um 18:00 Uhr in der Alten Gerberei in St. Johann in Tirol statt.
EINTRITT FREI!
Freitag, 1. April 2016
Der Einsendeschluss naht!
Mitschreiben bis zum 04.04.16!
![]() |
| © Fotolia |
Schreibwettbewerb für Tiroler Schüler_innen zwischen 12-14 Jahren!
Bitte gerne weitersagen!
Bitte gerne weitersagen!
Nähere Infos HIER.
Dienstag, 15. März 2016
SCHREIBWETTBEWERB für junge Autor_innen
Aufruf zum Mitschreiben!
![]() |
| © Fotolia |
Die Arge Wirkwerk in St. Johann in Tirol schreibt einen Schreibwettbewerb aus für Schüler_innen zwischen 12-14 Jahren!
Zu gewinnen gibt's einen Schreibworkshop mit mir & eine Lesung Mitte April in der Alten Gerberei in St. Johann in Tirol!
Montag, 6. Juli 2015
"DIE GRILLE und DIE AMEISE" bei 54stories
Große Freude!

Meine Sound- & Text-Komposition
"DIE GRILLE und DIE AMEISE" nach einer Fabel von Jean de La Fontaine wurde von 54stories zur Story der Woche gewählt!
Hier geht's zur Geschichte in Klang & Wort auf 54stories!
E N J O Y !!!
![]() |
| http://54stories.de/xlvi/ |
Freitag, 5. Juni 2015
TAGE @ St. Thomas Nachlese
Folgenden Text habe ich für TAGE @ St. Thomas geschrieben. Hier eine Nachlese.
Viel Spass!
Viel Spass!
Das
Abläuten der Zeit
Zum
Klangkunstprojekt TAGE in der St. Thomas Kirche
Von
Elisabeth R. Hager
Seit
ich vor Jahren an den Mariannenplatz gezogen bin, gibt es in meinem
Leben ein neues Geräusch. Es bimmelt in meinen Alltag hinein, es
hallt durch die Gänge meiner Ohren, es windet sich durch mein Gehirn
und klingt in steter Bemühung, die Zeit abzuläuten, in mir und um
mich herum. Die St. Thomas Kirche, meine rotwangige Nachbarin, ist
ein strahlend bauchiges Gemäuer, das einen grellbunten Park
überblickt. Kunstfelsenlandschaft at
it's best.
Und auch mit 150 Jahren auf dem Buckel und unzählbaren Stories in
den Fugen, ist sie eine Schönheit, deren Stimme weithin tönt.
In
Berlin, „wo die Leute aus Heimweh' hinziehn“1,
und besonders hier, im Herzen von Kreuzberg, kommt Ideologie im
Allgemeinen und Religion im Speziellen nicht gut an. Zu polyphon
für einen gemeinsamen Nenner tönt der Bewohner_innen-Chor. In allen
Sprachen, Stimmlagen und Tempi wird gesummt, gesungen und gegrölt;
In Kreuzberg wird noch immer laut geträumt, immer öfter allerdings
vom gro゚en
Geld, immer seltener – man verzeihe mir den Reim – von einer
besseren Welt. Doch selbst jetzt, da das Klingeln der Kassen und die
Abflüge der Start Up Raketen auch hier zu hören sind, ist die
Mischung noch immer ziemlich bunt. Und wenn ich am Sonntag Morgen aus
dem Rauschen der Welt die Kirchenglocken hör', klingt das anders als
das Geläut meiner Tiroler Katholikenkindheit: Weniger stolz, weniger
selbstgerecht, weniger fundamental. Diese Glocken dominieren den
akustischen Raum nicht, sie sind eine Stimme von vielen. Und das ist
der wichtigste Grund, warum ich sie gerne hör'.
Ja,
ich höre sie gern, aber: Wie oft hat mich das Gebimmel schon
genervt, wenn es am Abend davor spät geworden ist? Wenn ich lieber
weiterschlafen will? Wie oft hab' ich mir gewünscht, dass sie mich
verschonen mit ihrem zwanghaft fröhlichen Geläut? Als ich aber
letztens in der Thomaskirche war, um unser TAGE-Projekt
festzuklopfen, lag dort ein Faltblatt aus, indem man die Geschichte
der Kirche erfuhr. Im 1. Weltkrieg, so las ich, schmolz man ihre
Glocken ein und machte Munition daraus. Neun lange Jahre verstummten
sie ganz. Sie bimmelten nicht in die Tage der Menschen hinein, doch
trotzdem war ihr Schweigen beredt. Es markierte einen
Ausnahmezustand, der sich andernorts, an der Demarkationslinie von
Frieden und Krieg, im Geratter von Maschinenpistolen und in
Gewehrsalven entlud. Aus dem warm dröhnenden Bummm Bummm Bumm wurde
ein Mark und Bein, Knochen und Fleisch zerschneidendes
Rattattattattattatataaa. Die Idee, dass Glockenklänge zu Schüssen
werden können, beschäftigt mich seit dem Moment. Und seit ich weiß,
wie die Stille der Glocken zu lesen ist, bin ich froh über jedes
Gebimmel. Es läutet Frieden. Es läutet Normalität. Es läutet,
dass der Ausnahmezustand im Moment nicht eingetreten ist.
Vielleicht
liegt es an den Glocken, dass uns die Idee kam, unser
Klangkunstprojekt TAGE in dieser Kirche zu zeigen. Denn auch wir verkünden
die Zeit. Wir tragen sie in uns. Wir läuten sie ab, ganz ähnlich
den Glocken von St. Thomas. An jedem gelebten Tag sprechen wir das
Datum und zeichnen es auf. Und wenn wir einen Tag schweigen, ist
unser Schweigen viel weniger schlimm. (Bisher brachen keine Kriege
aus. Wir sind manchmal einfach nur vergesslich.) Dafür aber bleibt
unser Sprechen. Wir nehmen es auf und ziehen so eine Klangspur,
Datumsspur, Zeitspur hinter uns her, die uns jeden Tag daran
erinnert, dass unsere Stimmen nicht ewig klingen werden. So lange sie
aber klingen, so lange klingen sie deutlich.
Meine
rotwangige Nachbarin hat ein deutlich hörbares Organ. Und so oft sie
mich schon aus dem Schlaf gebimmelt hat, so oft erinnert mich ihr
Geläut daran, dass ich vor kurzem gekommen bin und dass ich bald
gehen werd' müssen. Dafür danke ich ihr.
TAGE
Lebenslanges Klangkunstprojekt
von
Elisabeth R. Hager & Neele Hülcker
Klanginstallation
in der Thomaskirche
04.06.2015
| 18:00 – 21:00 Uhr
20:00
Uhr: Artist Talk & Lesung
Eintritt:
Freiwillige Spenden für die von der Gemeinde betreuten Refugees
1Aus
dem Song „Evergreen“ von Blumfeld
GESTERN!
Schön war's gestern! TAGE @ Thomaskirche!
Danke an alle Beteiligten! Hier ein paar Bilder von der Ruhe vor dem Sturm!
Danke an alle Beteiligten! Hier ein paar Bilder von der Ruhe vor dem Sturm!
| TAGE Aufbau Neele Hülcker |
| TAGE Aufbau Elisabeth R. Hager |
| TAGE Tattoos |
| Erweiterung der Installation durch das Projekt "12' sind ein Tag" |
| Gleich geht's los...! :-) |
| Die ersten Gäste beim Hören von "12' sind ein Tag" |
| TAGE Mitinitiatorin Neele Hülcker |
Abonnieren
Posts (Atom)



















