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Donnerstag, 21. Juli 2016

erhellender Moment


One account of the naming of the Eureka estate says that syndicate member William Steele rode out with a group looking for a suitable headquarter, and reaching a hilltop announced ‘Eureka I have found it!’ Another story says the name was made up of letters from the names of all the women in the party.
                                    Quelle: http://www.nzhistory.net.nz/keyword/eureka

Dienstag, 21. Juli 2015

Beethoven is back!

Neu aufgelegt zur Sommerzeit! 


Ludwig van Beethoven im Einsatz - public domain



Mein Gespräch mit dem großartigen Komponisten Karlheinz Essl​ über den Godfather aller Klassikrabauken: Den großen Ludwig van!








Komponist Karlheinz MARKUS RÖSSL

Geführt zwischen Auckland, Nimes & Klosterneuburg, 

erschienen im VAN Magazin​ 
& HIER nochmals zum Nachlesen!

https://van.creatavist.com/essl-beethoven










 

Dienstag, 21. April 2015

RAIN by HONE TUWHARE

Kia ora aus Neuseeland!

Hier mein Lieblingsgedicht des großen Maori-Dichters Hone Tuwhare, mit dem ich nicht nur die Liebe zum Regen und den Worten teile, sondern auch den Geburtstag.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Die Wasserstelle


Wohlig zerzauster Vormittag
… als ich dich traf …
10 Finger an den Händen
Ein jeder sein eigener Kopf
Öffnete ich deine zugeklebte Tür
Es folgten: Damenstrumpfhosen
Wintersonnenwenden
Ein zu früh beerdigtes Kind
-----------------------------
Heute aber tummeln wir uns
Kleinen verliebten Elefanten gleich
Mit erhobenen Rüsseln
an der Wasserstelle

Wurzeln in der Luft
Äste, bedeutende Gräser, 
Steine, Körper von Gewicht, 
Wollenes Gestein, haariges Gestein, 
Verzähflüssigtes Konglomerat
In diesem Licht werden Geister opak
Aufgezeichnet in Spiralblöcken 
In unergründlichen Fließrichtungen
Unsere Tage | Unsere Kindheit

Wie ein behandschuhter Arm
Greift die Sprache nach mir 
Ich tauche die klammen Hände hinein
Ich bleibe dem Unterricht fern
& selbst wenn die Köpfe krümeln
& selbst wenn die Ungehörten traurig sind
Schlummern im Inneren unseres Rausches
Kraftfutterreserven für eine 
Ganze neue Welt



Sonntag, 29. Dezember 2013

PARADISE

 - Or the simultaneity in the non simultaneous



by Elisabeth R. Hager

Translation: Katharina Moos



At the other end of the world it is as bright as day. When you just switch off the light so that your body may recover, from joy&sorrow&the work of a day, when at your place the lamps just go out, they go on again there. Then the sun shines again there, then the wheel of life has already turned into a new forenoon there. & your clammy little fear that all would sink in the endless sleep, that forever would last a very very long night, is mocked at the same moment already by the very first bird choir at the other end of the world.

Life in the place of desire is deceivingly similar to all you know and you can imagine. Desire disenchanted, smashed the dream, no comfort of a better world. They all run there, too, after the things that ought to make them complete, myriads of half-empty glasses, poor sods all over the world...

The world is disenchanted, the glass is half-empty, and still the enigma of time remains. How does it work that in one, two, thousand places in the world the light goes on exactly NOW? How much of the same is there between You and me, between this & that, between here & there, where never anybody looks? Who boozes NOW & who rejoices NOW & who sleeps with whom NOW & when not & who has the last laugh? & if only it gets morning again anywhere else at exactly the same time, that is NOW NOW NOW why then this much too serious struggle?

Only so many hours in the plane, and you are already at the end of the world! There, all is different and all is the same. All can be different, all is the same. The flush works the other way round. All is the same. The cars run the other way round. All is the same. & as everywhere else in the world, too, the humans hang helpless as they are & yet also glad at times down from earth into the sky.


TAGE III
29.12.2013
2pm-9pm
ohrenhoch Berlin


Dienstag, 15. Oktober 2013

ha ha

Hier liegt mein Leben
wie ein frisch gemähtes Feld
aus dem die Vögel Würmer ziehen

So weit der Himmel
zerknautschtes Geträum
was flieht nicht alles
über dein triefendes Blau

Dass wir Geld brauchen
& täglich mehrmals essen müssen
& unsere Exkremente lassen
erscheint mir wie ein Witz

   
 


Sonntag, 6. Oktober 2013

Der Siebte

                                        nach einem Gedicht von Jozsef Attila
                                        für meinen Urgroßvater



Er war der Siebte
Einer liebte rasend
Einer war zum Leben zu mild
Einer war getrieben von Geldgier
Einer war ein Wüterich
Einer war ein Schwein
Einer war ein Träumer
Er war der Siebte


Einer wohnte in den Schößen der Frauen
Einer im Wald & am Berg
Einer klebte krumm an der Scholle
Einer liebte das Wagnis, musste hinaus in die Welt
Einer lebte im Gasthaus, beim Saufen & Spiel'n
Einer bewohnte ein Luftschloss
Er war der Siebte


Einer fiel an der Front
Einer von einer felsigen Wand
Einer schuftete sich in sein Grab
Einer starb im Pazifik auf offener See
Einer schoss sich selbst in den Kopf
Einen erschlugen seine Träume
Er war der Siebte


Sein maßloses Los die Vollendung
Das Ende der Dichotomie
Er überlebte sie alle
Er war der
Siebte


..... Honoré Daumier (1834)



Dienstag, 27. August 2013

Highnoon auf der Queensstreet


Schau, da eilen sie vorbei!
Geschäftig, auf ihren Rollkofferfüßen
Unter den Röcken & Anzughosen
Schwitzen die Geschlechter
Es gibt so viel zu tun
















Bis wir zurückkehren dürfen 
Aus der Kunstfelsenlandschaft
In unsre verwilderten Technohöhlen
Schlappen anziehen & Ofen anmachen
Während draußen, hinter der 
Beschlagenen Scheibe
Der Abend die Landschaft
Der Nacht übergibt
















Unter den Vordächern der Queenstreet
Werden Menschentrauben gepresst
Ansonsten ist es ein leeres Land
12 000 Meilen hinterm Meer





 
 











Mittwoch, 24. Oktober 2012

NOISY LÄND #3


Am anderen Ende der Welt steht mitten im Wald ein ungemachtes Bett.
Ich liege darin mit dir. Wir zählen die weißen Felle der Schafe, die Sterne, die Stunden der Zeit. 2x2qm Haut. Zwei Inseln unter vielen, auf dem großteils mit Wasser bedeckten Rücken der Welt.
Der Wind fährt durch das Blätterdach, wir frieren ein wenig im Schatten der Natur, die uns einhüllt wie ein kaltnasses Tuch. Meine Finger sind klamm. Es sind zehn an der Zahl wie die Deinen. Die Finger der Bäume sind viele Millionen & es werden ständig mehr. Denn wir sind müde geworden. Wir haben aufgehört, die Messer zu wetzen, sie zu fällen, das Feuer zu schüren, sie zu roden, & vor allem: sie mit fremden Zungen zu zerreden. Wir sind müde geworden. Wir dachten, wir hätten gewonnen. Wir haben uns hingelegt. Ein Bett im Wald.
Nun, in der Schwärze der Nacht, beleuchtet vom Mond, den Fellen der Schafe & dem weißen Linnen, das uns umhüllt - hauchdünne Patina der "Zivilisation" - rauschen die Blätter bedrohlicher als sonst. Sie wuchern in unseren Raum hinein. Schon rankt es unter die Decke, schon zieht es an meinem Fuß. Deine Lippen sind rauh, sie sind schön. Du öffnest sie langsam & verkündest betrübt den Sieg der unterworfenen Arten.

Die Pflanzen, sie ranken zurück, sie wachsen, sie sprießen, sie fesseln, sie wuchern, sie kriechen, sie klettern, sie blühen, sie welken & stehen wieder auf. Die Zukunft ist grün & sie wuchert & wildert & wächst jeden Tag ein kaum hörbares Quäntchen über Zäune und Gräben hinaus. Sie wuchert uns zu & hinein in des Nachbars Garten, in das blühende Leben der Anderen, auf dass sie ihr Schatten sei & dann ihr Tod. 

Man blickt anders auf die Menschen, wenn es wenige gibt.
Wenn sie in verschwindend geringer Zahl in ihren wenigen Häusern verschwinden, wenn es Abend wird, draußen auf dem Land. Ich blicke anders auf dich, wie du hier liegst unterm Blätterdach, auf deinen bemoosten Lippen liegt noch immer ein zärtliches Wort. Wie du mich mit einem Summen in den Schlaf wiegst - oder ist das der Wind? - Wie du dich langsam den Pflanzen ergibst. Wie deine Zellen sich lösen unter der hauchzarten Hand der Zellulose... Meine Daumen sind grün, jetzt auch meine Hände, ich spüre es durch die geschlossenen Augen. Meine Arme verhärten, verästeln, verharzen, die Haut verrindet. Ich verholze bis in die letzte Herzkammer hinein, der Schraubstock der Natur kennt kein Entrinnen. Ich höre dich stöhnen, jetzt stöhne ich selbst & dann knackt es nur noch leise zwischen uns. Wir sind ineinander verkeilt, deine moosigen Lippen auf meinen verkünden noch immer die Liebe.


Donnerstag, 11. Oktober 2012

NOISY LÄND #2

You can see from their faces
Life was not funny
The streets, when there were streets,
Tugging at axles,
The settlement ramshackle as a stack of cards
And where there were no streets, and no houses,
Save their own roof of calico or thatch,
The cows coming morning and afternoon
From the end-of world swamp
Udders cemented with mud.

from "Photographs of Pioneer Women" - Ruth Dallas




Heute schlummern die Kinder der Krieger & die Kinder der Weißen scheinbar friedlich vereint unterm südlichen Kreuz. Once we were warriors, long time ago. Es gibt Häuser, Geschäfte, Casinos & längstens nicht überall trampeln Kühe & Schafe durch die schicke Kulisse von Lord of the Rings. Es gibt Häuser, Geschäfte, Casinos, nur Kellergewölbe gibt es kaum. Die noch immer frischen Wurzeln wuchern frei durch die Luft nach Europa zurück. Doch Europa ist ganz schön weit weg, auf dem Weg geht so Manches verloren. & braucht nicht auch Luft einen Halt in der Erde?
- Hol die Wäsche 'rein, Lieber, der Regen kommt bald!

Heute wohnen vier Millionen Menschen in der Siedlung am Ende der Welt. Drei Viertel von ihnen sind neu in der Gegend, doch ihr Wort ist allen Befehl. Das Schiff ist gelandet. Die Besatzung wohlauf. Der Sumpf ist getrocknet. Der Wald ist gerohdet. Die Gesetze sind gesprochen. Das Land ist "geliehen", enteignet, gekauft, zum Nationalpark erklärt, verstaatlicht & privatisiert. Die Küste ist an den schönsten Stellen verbaut. Die Schafe sind geboren, geschoren, geschlachtet, verspeist. Die Hennen sind geboren, gerupft, geschlachtet, verspeist. Die Kühe sind gemolken & verkauft. Das Land ist vermessen. Der Reichtum verteilt.
- Heiz' den Ofen an, Lieber, mir ist kalt!

Heute ist das Leben leichter als damals, zur Zeit der ersten Weißen hier im Land.  You can see from their faces, live ain't that hard any more. & doch weht noch immer ein seltsamer Wind durch die kellerlosen Fugen der Häuser. Ein Lufthauch genügt, alles weht davon oder alles fällt zusammen like a stack of cards. Die Kinder der Krieger & die Kinder der Weißen schlummern scheinbar friedlich unterm südlichen Kreuz.
- Lösch das Licht, Lieber, leg dich zu mir!




 


Dienstag, 25. September 2012

NOISY LÄND #1

Am anderen Ende der Welt ist hellichter Tag. Wenn du grade das Licht ausknipst, damit sich dein Körper erhole, von Freud&Leid&der Arbeit eines Tages, wenn bei dir gerade die Lampen ausgehen, gehen sie dort schon wieder an. Dann scheint dort wieder die Sonne, dann hat sich dort das Rad des Lebens bereits in einen neuen Vormittag hinein gedreht. Deine klamme kleine Angst, dass alles im Schlaf versänke, für immer, eine ganz ganz lange Nacht,  wird auch schon verspottet vom allerersten Vogelchor am anderen Ende der Welt.

Das Leben am Sehnsuchtsort ist allem (ent)-täuschend ähnlich, was du kennst und dir vorstellen kannst. Die Sehnsucht entzaubert, zerschlagen der Traum, alles ähnlich, kein Trost einer besseren Welt. Alle rennen auch dort den Dingen hinterher, die sie komplett machen sollen, die wie überall Unkompletten, Myriaden halbleerer Gläser, arme Säue all over the world...

Die Welt ist entzaubert, das Glas ist halbleer und doch bleibt das Rätsel der Zeit. Wie geht es, dass an ein, zwei, tausend Orten auf der Welt genau JETZT das Licht angeht? Wie viel Gleiches gibt es zwischen Dir und mir, zwischen diesem & jenem, zwischen hier & da & dort, wo nie jemand hinschaut? Wer säuft JETZT & wer freut sich JETZT & wer schläft mit wem JETZT & wann nicht & wer lacht zuletzt? & wenn es doch nur wieder Morgen wird irgendwo anders um genau die gleiche Zeit, also JETZT JETZT JETZT warum dann dieser viel zu ernste Kampf?

Nur so & so viele Stunden im Flieger & schon bist du am Ende der Welt! Dort ist alles anders und alles ist gleich. Alles kann anders sein, alles ist gleich. Die Spülung geht andersrum. Alles ist gleich.  Die Autos fahren andersrum. Alles ist gleich. & wie überall anders auch auf der Welt hängen die  Menschen hilflos wie sie sind & doch auch immer wieder froh von der Erde herunter in den Himmel hinein.