| aus: La Chinoise von Jean-Luc Godard |
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Donnerstag, 5. Januar 2017
Sonntag, 2. Oktober 2016
Montag, 26. September 2016
2. SPÄTI Biennale - Bilder & Kritik von Regine Schütz
Spät, aber doch, kommt hier ein Nachtrag zur wunderbaren 2.SPÄTI BIENNALE! Es war ein glorreicher Abend im Mariannenkiez!!! Die Menschen! Ihre Werke! Das Wetter! Die Braukunst & natürlich die großartigen Späti Betreiber_innen... DANKE an alle Beteiligten & die vielen Gäste!
Hier der Link zu einem Bericht von Regine Schütz: "KUNST FÜR ZU SPÄTI GEKOMMENE..." & einige Bilder:
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| Vor dem Video-Späti ©Regine Schütz |
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| Langsam wird es voll... ©Regine Schütz |
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| TAGE von Elisabeth R. Hager & Neele Hülcker im Klangkunst-Späti in der Waldemarstraße ©Regine Schütz |
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| Konzert-Späti Wrangelstr. 5 ©Regine Schütz |
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| Die "Waterbabies" in concert ©Regine Schütz |
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| Im Späti ©Regine Schütz |
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| Open Air Lesung mit Valentin Moritz, Saskia Trebing & Hannes Köhler auf dem Mariannenplatz ©Regine Schütz |
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| Kunst-Späti mit Bildern von Elke Vogl & Hörspielen von Fides Schopp und Claire Horst ©Regine Schütz |
Donnerstag, 25. August 2016
DANKE liebe Kids
| Strahlende Jungautor_innen nach getaner Arbeit ©Elisabeth R. Hager |
Gestern ging der TRAMPOLISSIMO Schreibworkshop 2016 mit einer fulminanten Matinee Lesung der jungen Teilnehmer_innen zu Ende!
Ein großes D A N K E an die Kinder für ihre großartigen Gedanken & das Team des TRAMPOLISSIMO Kinderfestivals für die Organisation!
Freitag, 12. August 2016
Donnerstag, 26. November 2015
Die Sekunden
Der Morgen, an dem ich vergessen habe, wo der Lichtschalter ist; der Vormittag ohne meine Brille; der Nachmittag, an dem ich das Baby in der Straßenbahn vergessen habe; der Abend, als ich ohne Schuhe aus dem Haus gegangen bin; der Termin, zu dem ich nicht erschienen, die Feier, auf die ich nicht gegangen bin, die Notiz, die ich nicht genommen habe; die Stunde, in der wir nicht geatmet haben; die eine Minute, in der ich nicht still gewesen bin; die Sekunden, eine nach der anderen
Sonntag, 8. November 2015
POLAROID - eins
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| "Republic, Michigan 1914" by Kristen Struebing-Beazley ©Kristen Struebing-Beazley |
von Elisabeth R. Hager
- Was denn?
- Na du verdeckst mich!
- Stimmt doch gar nicht!
- Doch, da, dein rechter Arm! Wenn der Fotograf eine Sekunde später abgedrückt hätte, hättest du meinen Kopf komplett verdeckt.
- Du glaubst doch selbst nicht, dass das Absicht war.
- Doch! Du arbeitest doch immer noch an meinem Verschwinden, an meiner Vertreibung aus der Welt.
- Die große Weltverschwörung! Hey Mann, hör dir doch selber mal zu! Auf dem Bild sind wir Kinder! Ich war vielleicht zehn und du...
- Sieben. Ich war sieben. Und ich kann mich genau an den Tag erinnern. Ich war so aufgeregt! Eine Fotografin will ein Foto von uns machen. Und was machst du? Pflanzt dich in der Mitte des Bildes auf und verdeckst mich! Siehst du nicht? Das fing damals schon an.
- Mann du Miesepeter! Die wollte mich in der Mitte, weil ich das rote Hemd anhatte! Ich war einfach der Schönste! Haha! Weiter nichts!
- Aha. Weiter nichts ...
- Und hey! Jetzt sperr gefälligst mal die Augen auf! Machst mir hier ein schlechtes Gewissen und kannst nicht mal richtig hinseh'n! Auf dem Foto ist mein Arm doch längst wieder unten! Und ich weiß es jetzt auch wieder! Die Fotografin hat damals gesagt, ich soll mich grade hinstellen und das hab' ich gemacht. Siehst du? Mein rechter Arm? Der ist schön stramm am Körper dran! Siehst Du?
- Ja, schon. Aber man sieht noch die rote Stelle, wo du ihn vorher hattest. Das ist auf dem Bild noch irgendwie mitbelichtet worden.
- Irgendwie mitgebilchtet ... Du spinnst ja! Das hör' ich mir nicht länger an.
(Er schlägt entnervt das Fotoalbum zu)
- Noch'n Bier?
- Okay.
@POLAROID: In der Reihe POLAROID schreibe ich kurze assoziative Texte zu Polaroids, die ich zufällig finde: in meinen Schubladen, im Netz, in Büchern, z.B. - wie hier - in "The Polaroid Book - Selections from the Polaroid Collections of Photography", herausgegeben von Barbara Hitchcock & Steve Crist.
@POLAROID: In der Reihe POLAROID schreibe ich kurze assoziative Texte zu Polaroids, die ich zufällig finde: in meinen Schubladen, im Netz, in Büchern, z.B. - wie hier - in "The Polaroid Book - Selections from the Polaroid Collections of Photography", herausgegeben von Barbara Hitchcock & Steve Crist.
Montag, 6. Juli 2015
"DIE GRILLE und DIE AMEISE" bei 54stories
Große Freude!

Meine Sound- & Text-Komposition
"DIE GRILLE und DIE AMEISE" nach einer Fabel von Jean de La Fontaine wurde von 54stories zur Story der Woche gewählt!
Hier geht's zur Geschichte in Klang & Wort auf 54stories!
E N J O Y !!!
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| http://54stories.de/xlvi/ |
Dienstag, 24. Februar 2015
Dienstag, 13. Januar 2015
NEU: MARL - Industrie-Stadt eigener Art
Als ich vor knapp zwei Jahren zu einer Lesung in die Ruhrpott-Stadt Marl eingeladen war, hatte ich das Gefühl, in einem ghost town Computerspiel gelandet zu sein. Marl, einst Beispielstadt für die Zukunft des Ruhrgebiets, wurde durch das Ende des Bergbaus in der Region in eine finanzielle und identitäre Krise gestürzt. Jahrelang führte sie die Statistiken der Jugendkriminalität an.
Der Genius Loci von Marl hat mir einen Text diktiert, der dieser Tage im Klartext-Verlag erschienen ist! Ein Dank an die Herausgeber vom Werkbund NRW!
Samstag, 6. Dezember 2014
Fliehkraft
von Elisabeth R. Hager
Frau Konopkes Lächeln strahlte durch die Dunkelheit der Nacht. Um kurz nach vier zog sie am Schnürchen ihrer Leselampe, richtete sich auf, löste die Verkabelung und begann, noch unbekleidet, mit dem morgendlichen Programm, fünf Kniebeugen, die sie laut mitzählend absolvierte. Sie prüfte den Puls und schlüpfte in den Morgenmantel. Ein weißes Knäuel lag in einem Körbchen auf dem Boden und starrte unverwandt auf den grünen Schlauch, der den Teppich in zwei gleichschenkelige Dreiecke teilte. Kurz darauf ertönte ein Signal. Der Pudel trabte in die Küche, wo Frau Konopke das Futter schon in den Napf gestreut hatte. Sie saß, ihre Lesebrille auf der Nase, vor einer geleerten Müsli-Schale und zählte ihre Ration ab. Dann nahm sie drei von den Blauen und zwei von den Roten und drehte sich mit spitzen Fingern zur Feier des Tages eine Zigarette. Die steckte sie in die Tasche ihres Morgenmantels. Sie faltete die Zeitung auf, Neues Deutschland, mit dessen Lektüre seit über dreißig Jahren jeder ihrer Wochentage seinen Anfang nahm. Lange schaute sie auf die schwarzen Zahlen auf der Titelseite: 09.11.. Dann wandte sie sich zum Pudel, der ihr im Sitzen bis zum Nabel reichte: Zeit, dass wir uns die Beine vertreten, Castor. Mutti hat heute ihren großen Tag. Im Flur zeigte sie mit dem Finger auf eine der vergilbten Urkunden, die eingerahmt an der Wand hingen: Ich war. Ich bin. Ich werde sein.
Geräuschvoll glitt der Fahrstuhl fünfzehn Stockwerke hinunter ins Erdgeschoß, wo nur noch das Klappern ihrer Pantoffel auf dem Steinboden die Stille der Fertigteilbetonierung durchbrach. Vor der Tür der Tag, den Frau Konopke seit Monaten herbeigesehnt hatte. Sie stellte sich auf den Rasen und richtete den Blick in den Himmel. Weitläufig verstreut, brachen Hochhäuser aus dem flachen Nichts der Landschaft. Im Dämmerlicht wirkten sie wie exakt gehauene Steine auf denen um diese Zeit bereits einige Glühwürmchen leuchteten. Der Himmel war eine graue Decke. Irgendwo im obersten Stock ging ein Licht an. Der Pudel schnüffelte angeregt durchs Gras. Im Zwielicht des Morgens sah er aus wie eine vom Himmel gefallene Wolke, die nun gemächlich über dem Boden trieb. Frau Konopke inhalierte tief und entwarf mit kühnem Blick ein Bild des kommenden Tages.
Ein Mensch näherte sich. Eine Frau, so schmächtig wie Frau Konopke selbst, lange blonde Haare. Jung, vielleicht fünfundzwanzig. Aber ihr Gang war seltsam. Wie komme ich bitte von hier weg? Ich will so schnell wie möglich in die Stadt. So schnell, wie 's geht!, sagte die Stimme, schrie es fast. Dabei glotzte die Frau auf eine Warze unterhalb von Frau Konopkes rechtem Nasenflügel, für die sie sich auch mit über Siebzig Jahren noch schämte. Also lies sie sich Zeit. Die Bahnen fahren erst wieder in zwei Stunden. Da müssen sie wohl laufen, sagte sie schließlich und zog an der Zigarette. Dann drehte sie sich weg. Kurz darauf schaute sie der Frau dann doch hinterher, die auf der menschenleeren Hauptstraße wie auf Kommando zu laufen begann.
Um kurz nach Sieben war Frau Konopke mit der Maske, wie sie zu sagen pflegte, fertig. Sie hatte sich zur Feier des Tages mit dem Glätteisen frisiert. Die Warze schlummerte unter einer Schicht hautfarbener Creme. Sie sah zwanzig Jahre jünger aus. Sie blühte. Erika Konopke war ein Stern. Um halb Acht klingelte es. Ein korpulenter Mann stand verlegen in der Tür. Oma, wir haben 's eilig. Die Gisela wartet im Auto. Wo ist der Hund? Sven war extra aus Eberswalde gekommen, um Erika Konopke zu ihrem späten Triumph zu kutschieren. Er ermahnte sie, die Tabletten zu nehmen und half ihr, ein letztes Mal vor der Abfahrt den grünen Schlauch anzuschließen. Zwei Stunden später nahm er mit ihr die Stufen zum Haupteingang der Akademie der Wissenschaften. Um Punkt Elf Uhr saß eine strahlende Erika Konopke in einem viel zu breiten Ledersessel auf der Bühne des großen Saals und hielt einen Vortrag über ihre langjährige Tätigkeit als Astrophysikerin in der Deutschen Demokratischen Republik. Es war ihr Verdienst gewesen, dass die Rakete, die Sigmund Jähn am 26. August 1978 als ersten Deutschen ins All beförderte, komplikationsfrei aufbrechen konnte. Jähn war unter den Gästen. Er hielt eine vielbeklatschte Laudatio und gratulierte mit einem riesigen Blumenstrauß, der Erika Konopke fast gänzlich verdeckte. Mit zitternden Händen und nassen Augen nahm sie aus seinen Händen die Ehrenmedaille der Stadt Berlin für ihre Verdienste entgegen. Am Ende standen zweihundertfünfzig geladene Gäste in den Reihen und klatschten Erika Konopke minutenlangen Beifall. Sie hatte auf Autopilot gestellt, so groß war ihr Glück. Leicht wie eine Feder erhob sie sich aus dem Sessel. Sven kam nach vorne und reichte ihr den Arm.
Gegen vier Uhr fuhren sie zurück in die Satellitenstadt. Sven und Gisela verabschiedeten sich erst, nachdem sie mit Frau Konopke die fünfzehn Stockwerke bis zur Wohnung hochgefahren waren. Frau Konopke warf zum Abschied Kusshändchen und bat Sven in drei Tagen wieder zu kommen. Der Pudel begrüßte sie stürmisch. Er hatte in ihrer Abwesenheit aus Ärger einen Polster zerrissen. Weiße Flocken wehten durch die Wohnung, die von den Strahlen der Fünfuhrsonne geflutet wurde. Frau Konopke zog die Urkunde auf einen Rahmen und hängte sie an den Nagel, den Sven ihr vor Wochen dafür in die Wand geschlagen hatte. Daneben hefteten ihre leicht gewordenen Finger die Medaille. Sie ging in die Küche, schnitt den Sack Hundefutter der Länge nach auf und leerte die trockenen Krümel auf den Küchenboden. Dann ließ sie ein wenig Wasser in die Badewanne und rückte einen kleinen Schemel davor. Sie streichelte den Pudel, der im Körbchen lag und noch immer auf dem Polsterbezug herum kaute. Sie rollte den grünen Schlauch auf die Trommel und zog den Stecker aus dem Gerät.
Dann setzte sich in das sonnendurchflutete Wohnzimmer und schaute durch das Treiben der Flocken auf den Himmel vor ihrem Fenster.
Soeben erschienen in: Allhutter, D./ Brauner, C./ Gartner, B.HG: STREUUNGSMUSTER. Promedia, Wien. 2014
Mittwoch, 19. November 2014
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Maria & der Bär
Was die Scheiße soll? Das frag' dich am besten selbst. Ich bin ein Bär, mein Kleid ist der Wald, die
Freiheit, das Moos. Ich liebe das Unterholz, den feuchten Duft der Pilze im Herbst, bevor ich
mich schlafen leg. Was das soll, willst du wissen? Und warum? Hat dir noch nie jemand die Fresse poliert? Oh, wie
süß du schauen kannst! & guck mal, die Pfütze zwischen deinen hochhackigen Schuhen. Draußen
ein Fürstchen, drinnen ein Würstchen, Kennst du diesen blöden Satz? Warum auch! Du feingliedriges Spinnentier, zerhauen werde ich dich.
Ich hatte da diesen Traum mit dir, so einfach ist das, diesen Traum. Also, da war so ein Fest, Ritterspiele oder so und ich sitz auf der Tribüne, mit den Egos vom Verein. Alle glotzen. Ich sitze da und denk' mir noch, scheiße, dass wird total öde. Doch dann seh' ich plötzlich dich. Wie du auf die Bühne torkelst. Ein Bärenkostum hast du an. Alle klatschen und ich denk' noch: Sieht das denn niemand? Das ist doch nur Papier! Das Fräulein fälllt doch um beim ersten Hauch! Sieht denn niemand, wie groß, wie klein du wirklich bist? Ich jedenfalls hab's geseh'n und vor Ärger hat's mich gewürgt. Aber gut, denk ich mir, dann sind das eben deine 15 minutes of fame.
Stehst da also auf der Bühne, alle Scheinwerfer gerichtet auf dich. Ich frag mich: Was jetzt? Dann aber seh' ich, was jetzt: Ein Bär geht auf die Bühne, torkelt dick und schwer zu dir her. Ein Echter, schrei ich noch! Ich hab' dich gewarnt! Der Typ, ich meine, der Bär kommt näher und näher und näher und näher. Dann frisst er dich ratzeputz auf. Die Egos glotzen nicht mehr. Jetzt rennen alle durcheinander. Doch der Bär rennt ihnen nach und frisst sie alle, einen nach dem anderen, alle auf. Ein wenig tut's mir schon leid um dich, dein Kopf hat so hässlich geknackt. Dann sitz ich plötzlich alleine da. Der Bär kommt mit blutiger Schnauze. `Dann friss mich doch auch,` denk' ich noch. Stattdessen gibt er mir einen Kuss.
Der Text entstand beim WDR Hörspielforum 2014 in Köln |
In Kürze wird es ihn als Minihörspiel geben…
Ich hatte da diesen Traum mit dir, so einfach ist das, diesen Traum. Also, da war so ein Fest, Ritterspiele oder so und ich sitz auf der Tribüne, mit den Egos vom Verein. Alle glotzen. Ich sitze da und denk' mir noch, scheiße, dass wird total öde. Doch dann seh' ich plötzlich dich. Wie du auf die Bühne torkelst. Ein Bärenkostum hast du an. Alle klatschen und ich denk' noch: Sieht das denn niemand? Das ist doch nur Papier! Das Fräulein fälllt doch um beim ersten Hauch! Sieht denn niemand, wie groß, wie klein du wirklich bist? Ich jedenfalls hab's geseh'n und vor Ärger hat's mich gewürgt. Aber gut, denk ich mir, dann sind das eben deine 15 minutes of fame.
Stehst da also auf der Bühne, alle Scheinwerfer gerichtet auf dich. Ich frag mich: Was jetzt? Dann aber seh' ich, was jetzt: Ein Bär geht auf die Bühne, torkelt dick und schwer zu dir her. Ein Echter, schrei ich noch! Ich hab' dich gewarnt! Der Typ, ich meine, der Bär kommt näher und näher und näher und näher. Dann frisst er dich ratzeputz auf. Die Egos glotzen nicht mehr. Jetzt rennen alle durcheinander. Doch der Bär rennt ihnen nach und frisst sie alle, einen nach dem anderen, alle auf. Ein wenig tut's mir schon leid um dich, dein Kopf hat so hässlich geknackt. Dann sitz ich plötzlich alleine da. Der Bär kommt mit blutiger Schnauze. `Dann friss mich doch auch,` denk' ich noch. Stattdessen gibt er mir einen Kuss.
Der Text entstand beim WDR Hörspielforum 2014 in Köln |
In Kürze wird es ihn als Minihörspiel geben…
Montag, 8. September 2014
What a week!
Manchmal schrumpft der Ertrag eines Jahres harter Arbeit auf eine einzige Woche zusammen... Oder kommt es mir nur so vor? Die eben angebrochene Woche hält jedenfalls gleich zwei persönliche Großereignisse bereit, die ich gerne mit Euch teilen & begehen möchte:
Am 10.09. um 21:33 Uhr feiert mein Stück DER KNOCHEN Premiere!
Vielen herzlichen Dank an: Erika Hager, meine Freunde Kathi & Robert, Magdalena Meyer von der Wiener Michaelergruft & deren Oberhaupt Pater Peter van Meijl! DANKE an Jean Szymczak für den super Sound & Deine vielen coolen Ideen!! & VIELEN DANK auch an Stefanie Hoster von der Hörspielabteilung von Deutschlandradio Kultur!! Nach der Sendung steht das Stück 7 Tage lang zum Nachhören online!
Am 10.09. um 21:33 Uhr feiert mein Stück DER KNOCHEN Premiere!
Vielen herzlichen Dank an: Erika Hager, meine Freunde Kathi & Robert, Magdalena Meyer von der Wiener Michaelergruft & deren Oberhaupt Pater Peter van Meijl! DANKE an Jean Szymczak für den super Sound & Deine vielen coolen Ideen!! & VIELEN DANK auch an Stefanie Hoster von der Hörspielabteilung von Deutschlandradio Kultur!! Nach der Sendung steht das Stück 7 Tage lang zum Nachhören online!
| Der Knochen | ||||
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UUUUUUUUUUUUUUUUUNNNNNNNNNNNNDDDDDDDDDDD:
Am kommenden Samstag, 13.09., geht auf dem Berliner Mariannenplatz die SPÄTI-BIENNALE über die zu Bühnen gewordenen Spätkauf-Shop-Tresen!
Am kommenden Samstag, 13.09., geht auf dem Berliner Mariannenplatz die SPÄTI-BIENNALE über die zu Bühnen gewordenen Spätkauf-Shop-Tresen!
Von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr verwandeln sich die 7 Kioske, Büdchen & Backshops rund um den Platz in Konzerträume, ein Archiv, eine Hörspielbühne, eine Galerie, eine LIVE Graffiti location & last, but not least eine Lesebühne!
EINTRITT FREI!
SEI DABEI!
Donnerstag, 31. Juli 2014
R.I.P. Harun Farocki!
"Arbeiten Sie hier?" fragte ich, von der dümmlichen Allmachtsfantasie beseelt, jemand hätte meine Wunsch nach Digitalisierung sofort erfüllt, an diesem durchgeschwitzt schönen Augustvormittag.
"Naja, das sind meine Arbeiten," sagte Farocki leicht verlegen.
"Sie sind der Künstler?" Meine Brauen hohe Arkaden.
"Naja Künstler, aber ja!"lachte er.
Dann lachten wir.
Er trug ein violettes Achselshirt, ich ein violettes Kleid. Ich nahm es als Zeichen und dankbar alle DVDs. Jedes Mal, wenn ich seither in der AGB vor dem Regal Experimentalfilm dt. stehe, denk' ich an Harun Farocki. Die Chancen, ihn jemals wieder dort zu treffen, stehen seit heute bei null.
Mittwoch, 25. Juni 2014
1. SPÄTI - BIENNALE
Derzeit organisiere ich mit freundlicher Unterstützung des QM Mariannenplatz ein intermediales Kulturfestival, das am Samstag, den 13.09.14, in den Spätkaufs aka Spätis um den Mariannenplatz über die Bühnen gehen wird: Die SPÄTI-BIENNALE.
6 Spätkaufs & ein Café im Mariannenkiez werden für einen Abend zur Bühne diverser Künste, zur Begegnungsstätte für Nachbar_innen & Passanten unterschiedlicher sozialer Schichten, geografischer & demografischer Herkunft & nicht zuletzt zu einer Plattform für die Spätibetreiber_innen selbst, denen derzeit von Seiten der Stadt arg zugesetzt wird!
& falls Du selbst im Mariannenkiez lebst & Dich künstlerisch, respektive tatkräftig einbringen möchtest, melde dich: powerbeiterin@yahoo.de
Freitag, 19. Juli 2013
Wort, Norm & Geschlechtschlechtschlecht
von Elisabeth R. Hager
(Signifikantenbewusster Remix
eines queerfeministischen Faltblatttexts, aus 2008)
Die so genannte Geschlechternormierung bedeutet, dass so genannte Menschen noch vor der so genannten Geburt in eins von zwei so genannten Geschlechtern eingeteilt werden. Dies geschieht anhand so genannter Kriterien, die sozusagen als naturgegeben dargestellt und wahrgenommen werden. Unserer so genannten Meinung nach, gibt es keine so genannten natürlichen Kriterien, die bestehen, ohne dass so genannte Menschen sie sozusagen hergestellt haben. Auch die so genannte Einteilung in Natatatur und Kultututur ist von so genannten Menschen gemacht. Wir betrachten die so genannte Natatatatur selbst als eine so genannte sozozoziale Konstruktion, als ein so genanntes Klassifikationssystem, das so genannte Mennschen erfunden haben, um die so genannte Wellt sozusagen zu ororordnen und orororganisieren.
Wir stellen daher die so genannte Natatatur als so genannten Erklärungsansatz für so genannte sozozoziale Phänomene, wie beispielsweise die so genannte Zweigeschlechtschlechtschlechtlichkeit, grundsätzlich in frage. Es gibt sozusagen keine so genannte Natatatur die uns so genannte Geschlechtschlechtschlechterkategorien sozusagen aufdrängt. Trotzdem ist die einzig erlaubte so genannte Geschlechtschlechtschlechtsidentität für eine so genannte Perrrson, die bei ihrer so genannten Geburt also sozusagen „weiblichlichlich“ kategorisiert wird, die einer so genannten frauau-au, deren so genanntes Begehren sich auf so genannte Männännänna richten soll. Jede so genannte Perrrson muss zu jedem so genannten Zeitpunkt und egal was sie tut oder lässt, ein so genanntes Mädchenchenchen oder ein so genannter Bubububub, ein so genannter Mannannann oder eine so genannte Frauauau sein. Jeder so genannten Perrrson wird ein so genanntes „natürliches“ Geschlechtschlechtschlecht sozusagen unterstellt. Eine so genannte Nichtzuordnung oder eine sogar wechselnde Zuordnungen sind in diesem so genannten Systehehem nicht denkbar. Sie werden sogar sozusagen sanktioniert. So genannte Perrrsonen, die sich nicht zuordnen wollen oder können, sind von massiver so genannter Diskrimidiskrimidiskriminierung und Gewalt betroffen und werden sozusagen als verrückt und krahaaank abgewertet. Unmittelbar verknüpft mit der so genannten Einteilung der so genannten Mennnschen in zwei so genannte Geschlechtschlechtschlechter ist sozusagen die gesellschaftliche Norm der so genannten Heterosexualiheterosexualiheterosexualität. Zudem wird die so genannte Einteilung in zwei so genannte Geschlechtschlechtschlechter dazu genutzt, das ein so genanntes Geschlechtschlechtschlecht - nämlich das als männlichlichlächerlich konstruierte - höher zu bewerten, als das als weiblichlichlächerlich konstruierte.
Ziel einer so genannten feminininistisch- queeren Politik ist es, sowohl die so genannten Norrrmierungen als auch die so genannte Hieeeera-archieee bestehender Geschlechtschlechtschlechterverhältnisse anzugreifen und ihre so genannte Verflochtenheit miteinander und mit anderen so genannten sozialen Kategorien sozusagen zu problematisieren. Um die bestehenden so genannten Hieeerarchieeen zwischen den so genannten Geschlechtschlechtschlechtern zu bekämpfen, müssen sie also sozusagen benannt werden und dafür braucht mennnnnnsch die so genannten konstruierten Begriffe frauauau-AUA und mannannann-MANNO!
D.h., wenn in diesem so genannten Beitrag von so genannten Frauauauen und so genannten Männännännern gesprochrochrochen wird, sollen damit die Mennnnnschen nicht in diese zwei Geschlechtschlechtschlechter eingeteiltgeteiltgeteilt werden, sondern aufaufaufgezeigt werden, dass so genannte Frauauauen und Männännänner durch so genannte sozozoziale Prozesse sozusagen hergestellt werden. Wir müssen dieses so genannte Spannungsverhältnis, die so genannten KakaKAtegorien einerseits sozusagen benutzutzutzen und andererseits sozusagen dekokokonstruieren und aushahahalten. Unsere so genannte Politik sollte darauf gerichtgerichtgerichtet sein, sowohl so genannte Hierarchien als auch so genannte Norrrmen sozusagen zu bekämpfämpfämpfen! Dabei ist klar: Es ist nicht einfachach, dem so genannten Dennnken in zwei so genannten Geschlechtschlechtschlechtern sozusagen zu entkommen, da es sozusagen so grundlegend in unserem so genannten Alltagswissenissenissen verankert ist.
Donnerstag, 20. Dezember 2012
Das Reistagebuch - preview
Hier ein erstes Lebenszeichen meines nächsten Romanprojekts "Das Reistagebuch", an dem ich seit einiger Zeit sitze. Es spricht die weibliche Hauptfigur Melissa... :
....Am Morgen schlich ich unter den müden Augen der Hunde über den Platz in Richtung der Oase. Alles schlief. Sogar die Wohnwagen der Deutschen lagen verschlossen auf dem Kies. Es hatte nicht geregnet. Seit drei Jahren nicht. An eine vertrocknete Palme gelehnt, sie sah aus wie ein an ein vom Wind zerzauster Schirm, lehnte ein schwarz-grünes Mountainbike. Fabriksneu glänzte der Lack zu mir her, sauber, fremd an einem Ort, an dem alles, alles, alles vom Sand der Wüste verstaubt. Ich nahm das Rad und setzte mich darauf, wollte schauen, ob es trägt und auch wohin. Es musste Rachid gehören. Ich setzte mich darauf, fuhr hinaus durch das Tor über den Kies auf die staubige Straße in den flirrenden Himmel hinein. Zu beiden Seiten ließ ich die Stadt hinter mir, das Braun ihrer Häuser, das Braun. Hier werden Häuser noch aus Erde gemacht, geerdete Häuser aus Lehm. In einer Früh, die schon ganz heiß war, schlug ich eine Schneise durch den Tag, durch die Stunden und Minuten hin zum Jetzt. Ich fuhr durch den Dreck der Jahrtausende über eine plattgewalzte Piste. Ringsum war Stein, schwarzer Stein der Wüste. In der Ferne ein Fuhrwerk. Ich überholte zwei Kinder, die auf einem Eselkarren fuhren. Sie taten nichts lieber als Draufschlagen auf Eselrücken zum Erbrechen und ihre kleinen Körper wippten bei jedem Schlag vor und zurück. Auch ich schlug hohe Wellen, doch wurde ich nicht nass, denn es hatte seit Jahren nicht geregnet. Ich wurde schneller. Ich raste auf dem Fahrrad um die Welt. Auf dem Rollfeld der verwüsteten Zeit zog ich meine Bahn, fuhr hinaus, durch die Steine, eine Stunde, eine zweite, immer fort. Dann sah ich schon das Safrangelb der Wüste und die Kamele mit den Treibern in der Ferne. Sie saßen müde in der Hitze, es war immer noch viel zu früh. Niemand sah mich, niemand wusste, was ich tat. Auch für mich war alles unklar. Auch für mich war das einzig sichere die Haut, meine salzige Haut, die brannte an den unbedeckten Stellen. Doch was scherte mich die Sonne, was die Schwerkraft? Ich hob als Flugzeug ab und blieb doch auf der Erde ein Mensch. Die Sonne juckte wie ein Schiefer, der sich tief ins Fleisch hinein gräbt.
Ich habe also Rachids Fahrrad genommen. Ich habe mich auf den Sattel gesetzt und bin losgefahren aus dem Dorf hinein in die Wüste. Es hat gedauert. Ich trage keinen Schleier. Ihre Blicke sagen, dass sie mich haben wollen, das blonde Mädchen mit dem verbrannten Kopf. Lange hat es gedauert, bis ich gemerkt hab, dass der Durst immer mitfährt und die Hitze. Und dass sie mich alle haben können, wenn sie nur wollen. Ihr alle könnt mich haben. Ich fuhr und fuhr und fuhr, ich drehte die Räder in den Vormittag hinein. Alles auf Krawall gebürstet, auf high noon. Ich fuhr durch den Staub der Straße ins Nichts. Die Sehnsucht nach Freiheit, nach Liebe, nach Licht, das war kein abstrakter Gedanke. Ich konnte sie spüren auf der salzigen Haut, die schon brannte, und im wehenden Haar. Ich fuhr herum, ich fahre noch immer, auch jetzt noch, ich fahre herum. Ich presche durch Hitze, durch Kälte, durch Glut. Ich sitze im Verließ der Gedanken und forme mit den Händen zarte Wölkchen... Ich versuche zu zaubern, doch ich schaffe es nicht. Bitte Regen, denn mir ist so heiß! Ich bin ein loses Bündel aus Gedanken in einer welkenden Hülle aus Fleisch. Und es graut mir vorm Gedanken, dass das Fleisch so viel will.... Erst fahre ich wie eine Verrückte über die Piste, dann bin ich plötzlich selbst eine Wüste und der Durst legt mich trocken, legt mich lahm. Ich bleibe stehen und steige vom Rad. Meine Kehle ächzt. Ich bin ein abgebrochenes Stück Kindheit auf dem Dörrgerät der Wüste. Ich habe nie etwas gesehen, nur den lichten, weißen Tag. Ich bin ein gleißend Licht. Ich habe Erinnerungen an die Erschaffung der Welt. Ich bin Licht und weiß und weit, doch meine Kehle ist trocken. Ich versiege in der Wüste meiner selbst. Dann höre ich wie ein Auto hält. Ein riesiger Jeep muss das sein. Vier haarige Füße in Sandalen, ein dunkelblauer Nagel. Ihre knorzigen Füße aus Rinde. Ihre Stimmen kommen näher, ihre Füße. Ich liege am Boden. Sie tragen mich ins Auto und wir fahren eine kurvige Straße entlang. Eine dunkle Hand auf der Brust, auf dem Bauch, sie lässt mich nicht schlafen.
Am Abend dann im Sofatal einer abgedunklen Kammer. Neben mir ein Kübel, sein stinkiger Inhalt riecht nach mir. Rachids Stimme hinter der Tür und die uralte Stimme einer Frau. Rachid bringt mir Tee, doch mein Mund ist verwüstet, so trocken, ich kann gar nicht schlucken so sehr. Dann fahren wir zurück zur Oase, zurück zum Campingplatz. Das Rad haben wir auf dem Rollfeld vergessen.
Ich schlage das Notizbuch zu, ziehe meine Strickjacke über und trete in Hausschuhen auf den Gang hinaus. Der Boden ist in Bewegung. Es schwankt unter mir und in mir schwankt es auch. Ich lege den Weg bis zum Bug des Schiffes in etwa drei Minuten zurück. Ich finde am Bug des Schiffes die Bar und suche den Blickkontakt zum Kellner.
Samstag, 8. Dezember 2012
Glühwürmchenmann
Ich sitze am Fenster. Ich esse mein Frühstück. Da seh ich wieder deinen Arm. Wie er sich in dem verglasten Ausschnitt bewegt, dem Rechteck, in dem sich dein Leben zeigt. Der Winter scheint Dich nicht zu kratzen, dein Arm ist kräftig, bleich, behaart. Ein rotes T-Shirt bedeckt ein Viertel seiner Länge. Du blätterst in einer Zeitung, die ich auch manchmal lese, wahrscheinlich bist du sogar Abbonent, so selbstverständlich und beherzt ist dieses Blättern, man könnte meinen, die Zeit & was in ihr geschieht gehöre dir.
Dein Arm ist ein winkeliges Stück Natur in einer von Mauern und Fenstern umstellten Welt. Manchmal vergesse ich das, neulich hast du mich daran erinnert. Du hast im Sitzen gebügelt an diesem deinem Tisch, an dem sich ein Teil deines Lebens abspielt, soweit ich sehen kann, die stilleren Momente. Du hast also gebügelt, ein Hemd, eins, das man anzieht, um etwas zu verdecken. Ich hatte geschlafen, ich saß nun am Fenster, ich aß mein Frühstück, ich bemerkte deinen Arm, ganz anders gewinkelt als bisher. Dann aber sah ich auch dich, wie du dem Arm hinterher meine Welt betratst. Dein schwarzbehaarter Kopf, dein rundes Gesicht mit den Pandaaugen. Und unsere Blicke: Ein Glühen, das sofort erlischt.
Du hast tatsächlich dasselbe gemacht wie die Glühwürmchen in der Höhle in dem Naturparadies, wo ich unlängst war: Sie sahen so wunderschön aus, sie spielten den Himmel auf Erden bei Nacht. Sie funkelten aus tausend kleinen Lampen. Sie wurden mir sofort das Liebste auf der Welt. Doch kaum schaute ich richtig hin, kaum versuchte ich, sie WIRKLICH zu erfassen, nicht nur absichtslos zu seh'n, gingen sie aus.
Dein Arm zog zurück, ruckartig, voller Entsetzen. Du verschwandest in der Dunkelheit, Lichtjahre von mir entfernt. Was hab ich dir getan? Können nicht zwei durchs selbe Fenster sehen, ohne dass daraus eine Schießscharte wird? Und warum ist dein Arm jetzt wieder da? Hast du deine Angst vergessen? Hast du sie besiegt? Hast du dich damals beim Bügeln im Dunklen verbrannt?
Dein Arm ist ein winkeliges Stück Natur in einer von Mauern und Fenstern umstellten Welt. Manchmal vergesse ich das, neulich hast du mich daran erinnert. Du hast im Sitzen gebügelt an diesem deinem Tisch, an dem sich ein Teil deines Lebens abspielt, soweit ich sehen kann, die stilleren Momente. Du hast also gebügelt, ein Hemd, eins, das man anzieht, um etwas zu verdecken. Ich hatte geschlafen, ich saß nun am Fenster, ich aß mein Frühstück, ich bemerkte deinen Arm, ganz anders gewinkelt als bisher. Dann aber sah ich auch dich, wie du dem Arm hinterher meine Welt betratst. Dein schwarzbehaarter Kopf, dein rundes Gesicht mit den Pandaaugen. Und unsere Blicke: Ein Glühen, das sofort erlischt.
Du hast tatsächlich dasselbe gemacht wie die Glühwürmchen in der Höhle in dem Naturparadies, wo ich unlängst war: Sie sahen so wunderschön aus, sie spielten den Himmel auf Erden bei Nacht. Sie funkelten aus tausend kleinen Lampen. Sie wurden mir sofort das Liebste auf der Welt. Doch kaum schaute ich richtig hin, kaum versuchte ich, sie WIRKLICH zu erfassen, nicht nur absichtslos zu seh'n, gingen sie aus.
Dein Arm zog zurück, ruckartig, voller Entsetzen. Du verschwandest in der Dunkelheit, Lichtjahre von mir entfernt. Was hab ich dir getan? Können nicht zwei durchs selbe Fenster sehen, ohne dass daraus eine Schießscharte wird? Und warum ist dein Arm jetzt wieder da? Hast du deine Angst vergessen? Hast du sie besiegt? Hast du dich damals beim Bügeln im Dunklen verbrannt?
Freitag, 16. November 2012
Koffer eines Tirolers angeschwemmt
Irgendwas aus einem Zeitungsfetzen der Presse, gelesen am 09.11.2012 im Flugzeug von Wien nach Berlin
Italien: Der blau-karierte, durchnässte Koffer eines Tirolers lag am Morgen am Sandstrand von Elba. Hemden waren darin, blau kariert, Unterwäsche, eine Jacke, kariert, Strümpfe, kariert, Schuhe sowie Bücher des US Autors Clive Cussler. Vergessen hatte den karierten Koffer aber niemand: Er war fast 60 Kilometer durchs Meer getrieben, von der Insel Giglio her. Dort war er aus dem Wrack der Costa Concordia gespült worden, nachdem das Kreuzfahrtschiff Mitte Jänner dort gestrandet und gekentert war. Spaziergänger - wie immer, die üblichen Verdächtigen - hatten den Koffer vor wenigen Tagen & Stunden, Minuten, Sekunden gefunden.
Wegen eines so genannten Plastikanhängers konnte die Polizei den Eigentümer binnen kürzester Zeit identifizieren: Es handelt sich um einen gewissen, einen ebenfalls so und nicht anders genannten Mario M., 37 Jahre alt, wohnhaft in der Tiroler Ortschaft, in dem kleinen Örtchen, dem stillen St. Jodock am Brenner. Er war mit der ihm angetrauten Ehefrau Johanna und 77 anderen Österreichern an Bord der Costa Concordia, als diese wegen eines missglückten Manövers zu nah an den Strand geriet und auflief... Mehr als 4200 Menschen waren an Bord, 32 starben, sie kamen im Wasser ums Leben, die meisten davon Deutsche - zwölf - und Italiener - sieben. Und wer noch? Die Österreicher überlebten alle alle alle alle samt.
Wie und wann der Koffer aus dem Wrack kam, ist ungeklärt, das weiß man nicht. Unter Umständen, vermuten die Behörden, könnte sich wegen der Herbstürme, der Herbststürme wegen & wegen des heftigen Seegangs/gangs/gangs eine Öffnung aufgetan haben. Derzeit wird nämlich, denn so ist das eben, versucht, das 300 Meter lange Schiff aufzurichten, um es dann später abzufucken.
Der Inhalt des Koffers ist laut Polizei trotz der Zickezackehühnerkacke im Wasser in gutem Zustand. Skurrilität am Rande: Thriller Autor Cleve Cussler ist Gründer einer Stiftung, die zum Ziel hat "unser maritimes Erbe durch Aufspüren & Erhalten von Schiffswracks zu bewahren."
Italien: Der blau-karierte, durchnässte Koffer eines Tirolers lag am Morgen am Sandstrand von Elba. Hemden waren darin, blau kariert, Unterwäsche, eine Jacke, kariert, Strümpfe, kariert, Schuhe sowie Bücher des US Autors Clive Cussler. Vergessen hatte den karierten Koffer aber niemand: Er war fast 60 Kilometer durchs Meer getrieben, von der Insel Giglio her. Dort war er aus dem Wrack der Costa Concordia gespült worden, nachdem das Kreuzfahrtschiff Mitte Jänner dort gestrandet und gekentert war. Spaziergänger - wie immer, die üblichen Verdächtigen - hatten den Koffer vor wenigen Tagen & Stunden, Minuten, Sekunden gefunden.
Wegen eines so genannten Plastikanhängers konnte die Polizei den Eigentümer binnen kürzester Zeit identifizieren: Es handelt sich um einen gewissen, einen ebenfalls so und nicht anders genannten Mario M., 37 Jahre alt, wohnhaft in der Tiroler Ortschaft, in dem kleinen Örtchen, dem stillen St. Jodock am Brenner. Er war mit der ihm angetrauten Ehefrau Johanna und 77 anderen Österreichern an Bord der Costa Concordia, als diese wegen eines missglückten Manövers zu nah an den Strand geriet und auflief... Mehr als 4200 Menschen waren an Bord, 32 starben, sie kamen im Wasser ums Leben, die meisten davon Deutsche - zwölf - und Italiener - sieben. Und wer noch? Die Österreicher überlebten alle alle alle alle samt.
Wie und wann der Koffer aus dem Wrack kam, ist ungeklärt, das weiß man nicht. Unter Umständen, vermuten die Behörden, könnte sich wegen der Herbstürme, der Herbststürme wegen & wegen des heftigen Seegangs/gangs/gangs eine Öffnung aufgetan haben. Derzeit wird nämlich, denn so ist das eben, versucht, das 300 Meter lange Schiff aufzurichten, um es dann später abzufucken.
Der Inhalt des Koffers ist laut Polizei trotz der Zickezackehühnerkacke im Wasser in gutem Zustand. Skurrilität am Rande: Thriller Autor Cleve Cussler ist Gründer einer Stiftung, die zum Ziel hat "unser maritimes Erbe durch Aufspüren & Erhalten von Schiffswracks zu bewahren."
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